16. August 2011
Die neue Ausgabe der "Television 2011 - International Key Facts" von IP und RTL Group beleuchtet vor allem die Frage, wie Fernsehen auch in Zukunft sein Massenpublikum erreicht.
Rundum gute Nachrichten für TV: Im Durchschnitt sahen die Zuschauer in Europa im Jahr 2010 insgesamt 8 Minuten länger fern als im Vorjahr – die Sehdauer stieg damit auf 228 Minuten pro Person und Tag. Gleichzeitig erhöhten sich die TV-Werbeausgaben in Europa um 7,6 % (im Durchschnitt stiegen die Werbeausgaben bei allen Medien um 4,1%). Damit ist das Fernsehen weiterhin der „König“ unter den Medien – sowohl für Zuschauer als auch für Werbungtreibende. Im Vergleich zum Jahr 2009 stieg die tägliche Sehdauer in 29 von 37 Ländern, die in der Studie beleuchtet werden. Besonders bemerkenswert: Großbritannien mit 17 Minuten zusätzlicher Sehdauer (auf insgesamt 242 Minuten), Deutschland mit 11 Minuten Zuwachs (auf 223 Minuten) und Frankreich mit 7 Minuten (auf 212 Minuten). Im weltweiten Vergleich wird in den USA weiterhin außerordentlich viel ferngesehen. Und dennoch liegt das traditionell TV-starke Land mit 283 Minuten heute lediglich auf dem vierten Platz – hinter Serbien (316 Minuten), Mazedonien (293 Minuten) und Ungarn (284 Minuten).
Der Übergang zum digitalen TV-Zeitalter hat nun die Endphase erreicht. 72 % der Europäer empfangen – unabhängig von der Übertragungsplattform – ihr TV-Signal digital. 2010 war mehr als die Hälfte aller europäischen Haushalte mit einem Flachbildfernseher ausgestattet und fast 45 % der Haushalte verfügen über einen HD-fähigen Fernseher. In Europa ist das Hochgeschwindigkeits-Internet weit verbreitet: 55 % der Haushalte haben einen Breitbandanschluss und damit die Voraussetzung, neue Dienste wie z.B. Abrufplattformen (Catch-Up-TV) auch auf dem TV-Bildschirm nutzen zu können.
Egal, ob live oder aufgezeichnet, auf dem Fernseher, auf mobilen Geräten oder via Internet: TV-Inhalte erzielen vielerorts neue Zuschauerrekorde. Es ist keine Überraschung, dass vor allem in einem WM-Jahr Live-Übertragungen und Sport weiterhin die Liste der 20 meistgesehenen Programme dominierten. Unterhaltungsshows sind eine weitere treibende Kraft für das Zuschauerwachstum – erstmals liegen sie vor fiktionalen Formaten. Besonders Talentshows erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dabei erreicht man durch lokale Adaptionen und unter Einbeziehung des Internets mehr und mehr Zuschauer. Auf dem 1. Platz liegt international das FremantleMedia-Format "Got Talent", das aktuell am meisten exportierte Format der Welt. Allein im Jahr 2011 ging die Show in elf neuen Ländern auf Sendung und übertrifft bei jeder neuen Staffel die durchschnittlichen Zuschauerzahlen der Sender.
Fernsehen bleibt das am genauesten gemessene Medium. Auch in Zukunft werden die Messmethoden weiterentwickelt und an neue Formen der Fernsehnutzung angepasst. Ein Beispiel ist die weiter zunehmende Erfassung des zeitversetzten Fernsehens. Während 2009 schon elf europäische Länder zeitversetztes Fernsehen in die Zuschauerzahlen integrierten, sind es mit Frankreich, Tschechien, Irland und Schweden jetzt insgesamt 15 Länder. Die ersten Analysen zeigen, dass die aufgezeichneten Programme meist innerhalb der ersten 24 Stunden nach Ausstrahlung angesehen werden. Fiktionale Formate und Sitcoms sind dabei die beliebtesten Programme.
Die größte inhaltliche Veränderung der diesjährigen "Television – International Key Facts"-Studie: Der gedruckte umfassende "Zahlenfriedhof" ist einem lesenswerten und ansprechend gestalteten Magazinteil mit insgesamt 13 internationalen Fachbeiträgen gewichen. Die gewohnten, nach Ländern sortierten Zahlen, Fakten und Tabellen finden sich ab sofort auf einer beiliegenden CD-Rom. Die Studie "Television 2011 – International Key Facts" ist für buchende Kunden von IP Deutschland kostenlos, alle weiteren Interessenten können sie gegen Gebühr bestellen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.