Mittwoch, 3. Juni 2009
Die aktuelle Studie der DAK über den vermeintlichen Zusammenhang von Alkoholkonsum und der Aufnahme von Werbung ist zurzeit in aller Munde.
Die Studie beschreibt eine Korrelation zwischen Alkoholwerbung, dem Trinkverhalten und der Einstellung gegenüber Alkohol bei jungen Menschen. Der gefundene Zusammenhang wird sodann als alleinige Erklärung angesehen. Dies wird dem Problem des Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen aber nicht gerecht – so einfach ist die Welt nun einmal nicht zu erklären! Bereits nach kurzer Betrachtung fallen erhebliche Mängel der Studie ins Auge. Eckhardt Preis vom Institut "Werbestolz" hat die Studie genauer unter die Lupe genommen.
Die Studie macht keinerlei Angaben zur Stichprobenzusammensetzung.
Sie basiert auf einer fragwürdigen Befragungssituation.
Eine realistische Beantwortung war angesichts ungeeigneter Fragestellung unmöglich.
Außer methodischen Fehlern in der Befragung ist zu bemängeln, dass eine Korrelation mehrerer Variablen, in diesem Fall: Erinnerung an Alkoholwerbung und Alkoholkonsum, nicht mit dem hier indirekt unterstellten kausalen Zusammenhang – also einer Ursache-Wirkung-Beziehung – gleichzustellen ist.
Auch ein Blick auf den internationalen Werbemarkt bestätigt, dass kein kausaler Zusammenhang besteht: In Schweden ist schon ein komplettes Verbot für TV-Werbung für alkoholische Getränke in Kraft getreten. Jedoch sind die Schweden deshalb nicht minder gefährdet und positive Entwicklungen aufgrund des Gesetzes blieben aus. Ähnliches zeigt sich auch in England: Werbung für alkoholische Getränke ist vor 21.00 Uhr verboten, leider konnte jedoch auch hier dies die Anzahl der Alkoholiker im Land nicht verringern.
Obwohl kein direkter Zusammenhang zwischen Werbebotschaft und Alkoholkonsum feststellbar ist, nimmt die Werbewirtschaft ihre Verantwortung sehr ernst und schränkt die Kommunikationsmöglichkeiten für Alkoholwerbung freiwillig ein. Die freiwilligen Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke finden Sie hier.
Eine genaue Analyse der DAK-Studie steht hier für Sie zum Downloaden bereit.
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| Anmerkungen zur DAK-Studie | 09.06.2009 | 20 KB |