Dienstag, 20. April 2010
Mit der erweiterten Währung des AGF/GfK-Panels lässt sich nun auch die TV-Nutzung zeitversetzt und außer Haus erfassen – eine erste IP Analyse.
Besonders während großer TV-Momente wie Sportereignisse oder TV-Shows versammelt man sich gerne mit Freunden vor dem Fernseher. Gemeinsam wird auf der Couch mit Lieblingskandidaten (DSDS), Sportlern (Michael Schumacher) oder Filmhelden mitgefiebert, wie eine Analyse* von IP zeigt.
Am 1. Juli 2009 fiel der Startschuss für die Außer-Haus-Nutzungsmessung in der AGF/GfK-Welt. Wie die Daten der vergangenen Monate zeigen, findet die Außer-Haus-Nutzung in der werberelevanten Zielgruppe erwartungsgemäß in erster Linie am Wochenende statt, und dann besonders in den Abendstunden zwischen 17.00 und 23.00 Uhr. Hier beträgt die Gästenutzung bis zu 4 Prozent der Gesamtfernsehnutzung. Auch während der Woche ist die Gästenutzung in diesen Stunden am höchsten und liegt durchschnittlich bei 2 bis 3 Prozent des Fernsehkonsums. Der Tag mit der geringsten Außerhausnutzung ist dagegen mit durchschnittlich 1,7 Prozent der Montag.
Es sind vor allem die jungen Erwachsenen zwischen 14 und 39 Jahren, die außer Haus gemeinsam mit anderen fernsehen. Frauen unter 40 sind offenbar besonders interessiert daran, gemeinsam mit ihren Freundinnen bei TV-Shows mit den Kandidaten mitzufiebern, während sich die jüngere männliche Zielgruppe hauptsächlich zu Fußballspielen und Formel-1-Rennen vor dem Fernseher verabredet. Daneben sind es auch die Kinder zwischen 3 und 13 Jahren, die überdurchschnittlich viel gemeinsam mit Freunden fernsehen.
Über alle Zielgruppen hinweg macht die Außer-Haus-Nutzung derzeit durchschnittlich knapp 3 Prozent der gesamten Fernsehnutzung aus. Bei einzelnen Sendungen beträgt dieser Wert indes bis zu 17 Prozent.
Gemeinsames Fernsehen wird auch qualitativ ganz anders erlebt als ohne Gäste, wie eine IP Umfrage vom Juli 2009 belegt: Zusammen mit Freunden wird der TV-Genuss richtiggehend zelebriert. Man unterhält sich fortwährend über das Gesehene, schaltet seltener um und bringt dem TV-Programm somit insgesamt ein höheres Involvement entgegen, als wenn man alleine vor dem Bildschirm sitzt.
Eine zweite Erweiterung der TV-Währung betrifft die zeitversetzte Nutzung von aufgezeichneten Sendungen. Diese fließt seit dem 1. Juli 2009 ebenfalls in die Reichweitenauswertungen ein, sofern die Aufzeichnungen innerhalb von 3 Tagen nach dem Ausstrahlungstermin angesehen werden. Anders als die Außer-Haus-Nutzung spielt zeitversetztes Fernsehen derzeit mit nur etwa 0,2 Prozent der gesamten Nutzung eine geringe Rolle. Selbst bei den zehn am meisten zeitversetzt gesehenen Sendungen trägt sie maximal 4 Prozent zur Gesamtnutzung bei.
Auch unterliegt die zeitversetzte Nutzung offensichtlich anderen Motiven als die Gästenutzung: So weisen vor allem Serien – beispielsweise "Dr. House" oder "Desperate Housewives" – sowie Spielfilme eine hohe zeitversetzte Nutzung auf; man nimmt sich die verpasste Lieblingssendung auf, um sie später zu einem passenden Zeitpunkt anzusehen. Dabei sind die Nutzer von Festplatten-, DVD- oder Videorekordern vornehmlich in den älteren Zielgruppen zu finden. Die Erwachsenen zwischen 30 und 64 Jahren nutzen zeitversetztes Fernsehen überdurchschnittlich häufig. Daneben schauen auch Kinder unter 14 Jahren vermehrt aufgezeichnete Sendungen an.
| Titel | aktualisiert | Größe | Format |
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| TV-Nutzung zeitversetzt und außer Haus | 31.03.2010 | 158 KB |
